AC und ich sind an einem frühen Septembermorgen von Stavanger aus losgefahren, mit dem Ziel Preikestolen. Vorher haben wir noch an einem Kiosk in der Stadt Halt gemacht und uns eingedeckt: Kvikk Lunsj (norwegische Schokowaffeln, ein bisschen wie KitKat), IFA Pastillen (salziges Lakritz, überraschend süchtig machend) und jeweils ein Liter Apfelsaft. Bereit für die Wanderung.
Wir sind gegen 11 Uhr gestartet und kurz vor 14 Uhr oben angekommen. Es hat länger gedauert als erwartet, weil wir ständig angehalten haben, um Fotos zu machen, Apfelsaft zu trinken und Schokolade und Lakritz zu snacken. Die Strecke ist einfach wunderschön, und es fühlte sich richtig an, sich Zeit zu lassen. Auf halber Strecke habe ich mir eine Blase gelaufen, aber AC hatte Pflaster dabei, also kurz versorgt und weiter ging’s.
Der Weg ist etwa 8 Kilometer hin und zurück und gilt offiziell als mittelschwer. Ich habe keine große Wandererfahrung, und manche Abschnitte fühlten sich eher nach Klettern als nach Gehen an, vor allem die großen Felsplatten. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass ich es nicht schaffen würde. Wenn du wenig Wandererfahrung hast, kann es sich eher mittelschwer bis anspruchsvoll anfühlen. Es gibt keine Geländer oder Seile, und in Norwegen wird erwartet, dass man selbst Verantwortung übernimmt und nicht zu nah an den Rand geht.
Oben anzukommen fühlt sich an, als stünde man am Rand der Welt. Man ist 604 Meter über dem Lysefjord, und die Aussicht ist einfach spektakulär. Eine der schönsten Wanderungen, die ich je gemacht habe. Wenn du in der Gegend bist und Lust auf eine kleine Herausforderung hast, kann ich es nur empfehlen.
Als wir wieder unten waren, waren wir komplett erledigt. Direkt beim Parkplatz gibt es ein Restaurant, und genau dort sind wir gelandet. Die Waffeln waren unglaublich. Keine Ahnung, ob es der Hunger oder die Endorphine waren, aber sie haben magisch geschmeckt.
Preikestolen bedeutet auf Norwegisch „Der Predigtstuhl“, und sobald man ihn sieht, versteht man warum. Der Felsen sieht aus wie eine riesige Kanzel, die geradewegs über den Fjord hinausragt. Der Name stammt von einem lokalen Lehrer und Bergsteiger aus dem späten 19. Jahrhundert und wird bis heute verwendet.
In Norwegen ist Preikestolen schon lange ein Klassiker, international bekannt wurde er aber erst so richtig durch Mission: Impossible – Fallout. In einer der intensivsten Szenen hängt Tom Cruise am Rand der Klippe. Fun Fact: Die Szene wurde nicht dort gedreht, aber die echte Aussicht ist mindestens genauso atemberaubend.
Preikestolen Wandertipps
Wann gehen:
In der Hochsaison (Juli bis August) kann es extrem voll werden. Wir waren im September dort, und selbst da waren um die Mittagszeit viele Menschen unterwegs. Wenn du es ruhiger magst, starte früh, idealerweise vor 9 Uhr.
Wetter:
Vermeide Regen. Die Felsen werden rutschig, und bei Nebel sieht man kaum etwas. Check den Wetterbericht und plane entsprechend.
Ausrüstung:
Du brauchst keine extreme Wanderausrüstung, aber gute Wanderschuhe mit Knöchelhalt sind definitiv empfehlenswert. Eine Regenjacke und mehrere Schichten sind sinnvoll, da sich das Wetter schnell ändern kann.
Essen und Trinken:
Am Parkplatz gibt es ein Restaurant und einen Kiosk, aber nimm Snacks und Wasser für unterwegs mit. Etwas Sättigenderes als nur Saft und Schokolade ist sehr zu empfehlen. Vertrau mir.
Parken:
Das Parken kostet 275 NOK pro Tag (Stand 2025). Bezahlt wird beim Verlassen des Parkplatzes. Hinweis: Campen ist nicht erlaubt.
Toiletten:
Es gibt Toiletten am Startpunkt, aber keine unterwegs.
Zeit:
Der Aufstieg dauert etwa 2 bis 3 Stunden, der Abstieg meist 1,5 bis 2 Stunden, je nach Tempo und Pausen.
Besuche die offizielle Preikestolen Website >>