
Gleich um die Ecke von unserer Unterkunft in Paris entdeckten wir diese winzige Austernbar namens Opium La Cabane. Frische Austern lagen auf Eis in einer gekühlten Theke direkt zur Straße hin ausgestellt, und es war nur eine Frage der Zeit, bis unsere Neugier gewann und wir hineingingen. Eigentlich hatten wir später am Abend noch eine Reservierung in einem anderen Restaurant, aber für eine Auster, oder auch ein Dutzend, ist immer Platz.
Im Restaurant gab es nur wenige Tische, und die Atmosphäre war entspannt und intim. Wir wurden herzlich vom Team begrüßt, das uns gerne Empfehlungen gab, und entschieden uns für eine Verkostungsplatte mit einem Dutzend Austern aus verschiedenen Regionen Frankreichs.
Nachdem ich meine erste Auster in einem Zug hinuntergeschluckt hatte, wurde ich höflich von einem der Mitarbeiter unterbrochen. Er hatte mich vom Tresen aus mit leicht skeptischem Blick beobachtet. Ich liebe Austern, aber meine Technik ist eher grundlegend. Ich weiß, wie man sie aus der Schale in den Mund bekommt, mehr aber auch nicht. Offenbar gibt es eine richtige Art, sie zu essen, und das Team zeigte sie uns. Austern sollten pur gegessen werden. Keine Mignonette, kein Tabasco, keine Zitrone. Die Zitronenscheibe auf der Platte? Nur Deko.
Er zeigte uns auch, wie man den Schließmuskel löst, der die Auster an der Schale hält. Er ist fester als der Rest und hat einen leicht süßlichen, fast jakobsmuschelartigen Geschmack. Es wäre schade, ihn nicht mitzuessen. Man schneidet ihn möglichst nah an der Schale ab, sodass nichts zurückbleibt.
Zuerst trinkt man die Lake, also die salzige Flüssigkeit in der Schale. Dann schlürft man die Auster und kaut sie. Ja, man kaut sie. Das hatte ich vorher nie gemacht, aber es ergibt Sinn. So kommt der Geschmack viel besser zur Geltung.
Die Austern waren groß und wunderschön und erinnerten mich an meine Mutter, die Muscheln sammelt. Ich hatte keine Handtasche dabei, und den ganzen Abend mit Austernschalen in den Taschen herumzulaufen, schien mir keine gute Idee, also musste ich sie zurücklassen.
Zusätzlich bestellten wir Crevettes Roses de Madagascar, rosa Garnelen aus Madagaskar. Eigentlich aus Neugier, aber sie waren fantastisch. Einige der besten Garnelen, die ich je gegessen habe. Wenn du bei Opium La Cabane vorbeischaust, bestell sie unbedingt mit.
Steve trank ein Glas Champagner, ich entschied mich für ein Glas Chablis, und beides passte perfekt zu den Meeresfrüchten. Opium La Cabane ist klein, aber unglaublich gemütlich, mit einem Team, das spürbar liebt, was es tut. Ein perfekter Ort für ein Glas Wein und ein paar Austern zum Start in den Abend.
Opium La Cabane, 44 Rue Dauphine, 75006 Paris, France






