
Kongernes Jelling ist ein modernes Besucherzentrum direkt neben den Monumenten von Jelling, einem der wichtigsten historischen Orte Dänemarks. Genau hier beginnt die Geschichte Dänemarks als geeintes Königreich.
Die Jelling-Monumente umfassen die gesamte Anlage mit den Runensteinen, den beiden großen Hügeln, der Kirche und den Überresten der Palisade, die das Gebiet einst umschloss. Es ist kein Ort mit einzelnen Sehenswürdigkeiten, sondern ein zusammenhängendes Areal aus der Wikingerzeit, in dem königliche Macht ganz bewusst in der Landschaft inszeniert wurde. Heute gehört das Ganze zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Ich war mit Adam von Kongernes Jelling unterwegs, der mir das Gelände und seine Geschichte nähergebracht hat. Er kennt sich unglaublich gut mit der Wikingerzeit aus und erzählt so lebendig, dass man sofort ganz drin ist.
Die meisten kommen wegen der beiden Runensteine. Der eine wurde von Gorm dem Alten zum Gedenken an seine Frau Thyra errichtet. Der andere stammt von Harald Blauzahn und wird oft als Dänemarks Geburtsurkunde bezeichnet. Auf diesem Stein erklärt Harald, dass er Dänemark geeint und die Dänen christianisiert hat. Das gilt als Übergang von der Wikingerzeit zum christlichen Mittelalter.
Adam zeigte mir auch die Christusfigur auf Harald Blauzahns Stein, eine der frühesten Darstellungen von Jesus im nordischen Raum. Hier ist Jesus als starke, aufrechte Figur in einem sehr frühen nordischen Stil dargestellt, ganz anders als die detailreicheren und ausdrucksstärkeren Darstellungen, die die meisten von uns kennen. Genau diese Darstellung findet sich übrigens auch in dänischen Reisepässen.
Die beiden Runensteine stehen zwischen zwei riesigen Hügeln, dem Nordhügel und dem Südhügel, und genau hier wird es etwas komplexer. Die meisten von uns haben in der Schule gelernt, dass beide als Grabstätten dienten, aber neuere Forschungen deuten darauf hin, dass nur der Nordhügel tatsächlich als Grab genutzt wurde.
Eine Theorie besagt, dass Gorm der Alte zunächst im Nordhügel bestattet wurde, da er vor der Christianisierung Dänemarks starb. Später, nachdem Harald Blauzahn das Christentum eingeführt hatte, wurde er vermutlich in ein christliches Grab unter der Kirche umgebettet. Sicher ist das allerdings nicht, und genau diese Unsicherheit macht den Ort so spannend. Es gibt noch vieles, was wir nicht wissen.
Zum Abschluss waren wir im Besucherzentrum. Es ist ein sehr schön gestaltetes Museum mit starken Ausstellungen und vielen interaktiven Elementen. Es ist deutlich zugänglicher als ein klassisches Museum und schafft es, diesen Teil der dänischen Geschichte wirklich greifbar zu machen.
Wenn dich die Wikingerzeit auch nur ein bisschen interessiert, ist Kongernes Jelling absolut einen Besuch wert. Du kannst hier problemlos mehrere Tage verbringen, aber es funktioniert auch gut, sich ein paar Stunden Zeit zu nehmen, die Steine, die Hügel und das Besucherzentrum anzusehen und danach mit einem viel klareren Bild davon zu gehen, wie Dänemark entstanden ist.
Hier sind meine Tipps für deinen Besuch in Kongernes Jelling
Am besten startest du im Besucherzentrum
So bekommst du den historischen Kontext, bevor du nach draußen gehst. Die Ausstellungen sind gut gemacht und helfen dir dabei zu verstehen, was du dir später ansiehst.
Nimm dir Zeit für einen Rundgang
Erkunde das gesamte Gelände zu Fuß. Erst wenn du dich zwischen Runensteinen, Hügeln und Kirche bewegst, bekommst du ein Gefühl für die Dimensionen.
Geh auch in die Kirche
Die Kirche von Jelling liegt direkt neben den Runensteinen, und hier soll Gorm der Alte schließlich beigesetzt worden sein.
Mach zwischendurch eine Pause
Im Besucherzentrum gibt es ein Café für Kaffee oder einen leichten Lunch. Alternativ liegt das Pandekagehuset direkt nebenan. Ich habe dort nach meinem Besuch einen dänischen Pfannkuchen mit Zucker und hausgemachter Marmelade gegessen. Richtig gut.
Komm früh oder später am Tag
Am ruhigsten ist es morgens und am späten Nachmittag. Rund um die Mittagszeit kann es ziemlich voll werden, vor allem am Wochenende, in den Ferien und wenn Schulklassen da sind.
Besuche die Website von Kongernes Jelling
Mein Blog über The Heart of Jutland
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