
Nachdem wir den Vormittag am Ocean Park Beach verbracht hatten, gingen wir im Molini’s essen, einem kleinen, familiengeführten Restaurant. Die handgeschriebene Speisekarte hing gerahmt an der Wand, und der Besitzer kam an unseren Tisch, um uns jedes einzelne Gericht zu erklären. Er sprach mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, der voll und ganz hinter dem steht, was er serviert.
Wir waren neugierig auf Gandinga guisada, doch hier hielt er uns freundlich zurück. Gandinga ist ein traditioneller Eintopf aus Innereien, meist Leber und Herz, in kleine Würfel geschnitten und in einer aromatischen Sauce mit Sofrito und Kartoffeln geschmort. Es ist bodenständige Küche mit tiefen Wurzeln in einer Esskultur, in der das ganze Tier verwendet wird. Der Besitzer erzählte uns, es sei eines seiner Lieblingsgerichte, aber wenn wir keine Innereien mögen, sollten wir lieber etwas anderes wählen. Steve ist kein großer Fan von Leber, also waren wir dankbar für die Ehrlichkeit und entschieden uns um.
Stattdessen bestellten wir Sancocho, eine kräftige puerto-ricanische Suppe oder eher ein Eintopf mit Fleisch, Gemüse und Mais, der offensichtlich lange geköchelt hatte. Der Geschmack war tief und rund, mit dieser leisen, vollmundigen Intensität, die nur durch viele Stunden auf dem Herd entsteht.
Außerdem bestellten wir Arroz con Pollo, Reis mit Hähnchen, serviert mit dem typischen gelben Reis, den man überall auf der Insel sieht. Die Farbe stammt meist von Annatto, auch Achiote genannt, kleinen Samen, die in Öl ziehen und sowohl einen warmen Goldton als auch ein mildes, leicht nussiges Aroma verleihen.
Der Reis war hervorragend und deutlich mit Sofrito gewürzt, dieser aromatischen Basis aus Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Kräutern, die das Rückgrat so vieler puerto-ricanischer Gerichte bildet. Auf dem Teller lagen außerdem frittierte Kochbananen und eine große Scheibe perfekt reifer Avocado.
Dazu bekamen wir eine kleine Schüssel Bohnen, die mir fast die Show stahlen. Der Geschmack war intensiv und vielschichtig, und wieder war es das Sofrito, das für Tiefe sorgte. Es ist faszinierend, wie viel Charakter ein so einfaches Gericht haben kann, wenn es richtig gemacht ist. Ehrlich gesagt einige der besten Bohnen, die ich je gegessen habe.
Die Portionen waren großzügig, und da wir einen Flug erreichen mussten, ließen wir das Dessert aus. Kurz darauf saßen wir im Taxi zum Flughafen, mit dem Geschmack von gelbem Reis, Sofrito und süßen Kochbananen noch auf der Zunge. Ein wunderbarer, geschmackvoller Abschied von Puerto Rico.
Molini’s, 1859 Puerto Rico, 1857 C. Loíza, San Juan, 00911, Puerto Rico








