
Stavanger hat für eine Stadt dieser Größe eine überraschend starke Restaurantszene, und K2 stand schon länger auf meiner Liste. Das Restaurant hat sowohl einen Michelin Stern als auch einen Grünen Michelin Stern, was den Fokus auf lokale Zutaten, wenig Lebensmittelverschwendung und eine durchdachte nordische Küche widerspiegelt. Am Abend vor meinem frühen Flug nach Amsterdam und weiter nach New York beschloss ich deshalb, mir dort ein Abendessen zu gönnen.
Da ich mit dem Auto unterwegs war, begann ich mit einem Mocktail, der, soweit ich mich erinnere, irgendetwas mit Tannennadeln enthielt. Er war mir etwas zu süß, also wechselte ich zu einem alkoholfreien Radler, das viel besser zum Essen passte.
Das Menü begann mit drei kleinen Happen. Der erste bestand aus roh marinierten Garnelen, geschichtet mit einer anderen Art rohem Fisch und mit einem kleinen Stück Apfel obendrauf. Frisch, fein und sehr ausgewogen. Danach kam ein großer Krabbenchip mit einer Meeresfrüchteemulsion und essbaren Blüten. Perfekt knusprig und sehr elegant. Der dritte Happen war ein knuspriges Roggenknäckebrot aus Sauerteig mit einer Hühnerlebercreme. Das Knäckebrot wurde aus übrig gebliebenem Roggenbrot gemacht, das später noch einmal als warmes Sauerteigbrot serviert wurde, zusammen mit Butter, die mit Algensalz bestreut war. Ein schöner Hinweis auf die nachhaltige Philosophie des Restaurants.
Der erste richtige Gang waren Jakobsmuscheln mit fermentiertem Rhabarber, Stachelbeeren und einem grünen, zitrusartigen Jus. Ein sehr schönes Gericht mit genau der richtigen Säure, um die natürliche Süße der Jakobsmuscheln hervorzuheben.
Danach kam das Sauerteig Roggenbrot zusammen mit einem Tatar vom finnischen Hirsch, das mit Pilzen serviert wurde. Der Kellner schlug vor, das Tatar gleichzeitig mit dem Brot zu essen, und das war tatsächlich eine richtig gute Idee. Die Kombination aus warmem Roggenbrot, Butter und dem intensiven, erdigen Tatar war großartig.
Als nächstes kam norwegischer Skrei, in einer gusseisernen Pfanne gebraten, sodass er auf einer Seite eine perfekte Kruste bekam. Serviert wurde er mit einer leichten, schaumigen Buttersauce. Schlichte, klare Aromen und sehr präzise zubereitet.
Das vegetarische Gericht mit gegrillter Topinambur war eine der Überraschungen des Abends. Nach dem Grillen wurde die Topinambur noch einmal in der Pfanne gebraten und karamellisiert und dazu gab es eine tief würzige Käsesauce, die so gut war, dass ich fast den Teller ausgeleckt hätte.
Ein weiterer unerwarteter Gang war gebratene Rinderleber mit Zwiebeln, teilweise unter einem kleinen Berg aus Grünzeug versteckt. Für meinen Geschmack hätte man sie gar nicht verstecken müssen. Ich liebe Leber, und diese Version war perfekt gegart und voller Geschmack.
Der Höhepunkt des Abends war allerdings die Ente. Sie war drei Wochen dry aged, danach geräuchert und anschließend gegrillt und wurde mit Roter Bete serviert. Vielleicht war es nicht das fotogenste Gericht des Abends, aber geschmacklich war es unglaublich. Das Reifen, Räuchern und Grillen sorgte für einen tiefen, komplexen Geschmack und machte es zu einem der besten Entengerichte, die ich seit Langem gegessen habe.
Da ich am nächsten Morgen sehr früh aufstehen musste, fragte ich, ob Dessert und Petit Fours zusammen serviert werden könnten. Das Dessert waren norwegische Pfannkuchen mit eingelegten Pflaumen und Vanilleeis. Eine klassische Kombination, die sehr gut funktionierte.
Die Petit Fours bestanden aus drei kleinen Bissen: ein veganes Marshmallow mit Moltebeeren, ein Financier mit geschlagener Crème fraîche und K2s eigene norwegische Version eines Canelé mit Aquavit und Ziegenmilch, gefüllt mit Brunostkaramell. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Brunost, aber hier funktionierte der süße, karamellisierte Geschmack überraschend gut.
Das Abendessen im K2 war insgesamt ein wirklich schönes Erlebnis mit kreativen Gerichten und einer klaren Leidenschaft für gute Zutaten. Die Atmosphäre war entspannt auf diese mühelose nordische Art, und das Team war freundlich und kannte sich sehr gut mit der Karte aus.
Der einzige kleine Nachteil war das Tempo. Obwohl ich erwähnt hatte, dass ich einen frühen Flug hatte und fragte, ob man das Tempo etwas erhöhen könnte, dauerte das Dinner am Ende trotzdem etwa dreieinhalb Stunden. Von einem Restaurant auf diesem Niveau hätte ich etwas mehr Flexibilität erwartet.
Trotzdem lohnt sich ein Besuch im K2 absolut, wenn du in Stavanger bist und neugierig auf moderne nordische Küche. Das Essen ist durchdacht, saisonal und wirklich sehr gut.
K2, Pedersgata 69, 4013 Stavanger, Norway
















