Steve’s Guide zu Restaurants auf der Upper East Side

Steve's Guide to Upper East Side Restaurants

Die Upper East Side wird nur selten als eines der besten Viertel in New York zum Ausgehen genannt. Hier geht es nicht um die neuesten Trends oder Restaurants, die mit großem PR-Aufgebot, Samtseilen und wochenlangem Social Media Hype eröffnen. Das hat die Upper East Side auch gar nicht nötig.

Für alle, die hier wohnen, ist genau das ein großer Pluspunkt. Die besten Restaurants verstecken sich oft direkt vor deiner Nase, und selbst unter der Woche bekommt man meistens problemlos einen Tisch.

Die besten Restaurants auf der Upper East Side sind erfolgreich, weil sie konstant gut sind. Sie wissen genau, wofür sie stehen, und kennen ihre Gäste. Egal, ob dir der Sinn nach Tapas mit Freunden, Sushi, georgischer Küche, gutem chinesischem Essen oder einem italienischen Abendessen für einen besonderen Anlass steht, hier findest du alles.

Das hier sind einige meiner absoluten Lieblingsrestaurants auf der Upper East Side. Orte mit großartigem Essen und jeder Menge schöner Erinnerungen.

Pil Pil

Wenn es um Tapas, gute Drinks und einen lebhaften Abend geht, gehört Pil Pil zu meinen absoluten Favoriten. Die kleinen Gerichte schmecken hervorragend, und das gemütliche Ambiente mit dunklem Holz und der außergewöhnlichen Decke aus ineinander verschlungenen Ästen macht den Laden zu etwas Besonderem.

Hier treffe ich mich am liebsten ganz unkompliziert mit Freunden. Es ist lebhaft, aber nie unangenehm laut. An warmen Nachmittagen oder Abenden sind die Tische draußen kaum zu übertreffen.

Zwei Gerichte bestelle ich eigentlich immer: Gambas al Ajillo und die Croquetas. Die Garnelen kommen noch heiß zischend in Knoblauch und Olivenöl auf den Tisch, und die Croquetas gehören für mich zu den besten spanischen Comfort Foods überhaupt. Danach folgen meistens Serrano Schinken, Pan con Tomate, Patatas Bravas und noch ein paar weitere Kleinigkeiten.

Ein Abend im Pil Pil beginnt oft mit ein oder zwei Tapas und einem Drink und endet viele Stunden später. Das Essen ist authentisch spanisch, aber die Atmosphäre fühlt sich vor allem nach echter Nachbarschaft an.

Boqueria

Wenn ich Lust auf ein größeres spanisches Abendessen habe, gehe ich meistens in die Boqueria.

Das Restaurant ist von den Markthallen Barcelonas inspiriert und bietet eine deutlich größere Speisekarte, mehr Platz und ein etwas eleganteres Ambiente als Pil Pil. Trotzdem bleibt die entspannte, gesellige Atmosphäre der spanischen Küche erhalten und eignet sich perfekt für ein ausgedehntes Abendessen.

Die Tische stehen dicht beieinander, die Stimmung ist lebhaft und wer es noch etwas geselliger mag, setzt sich direkt an die Bar. Zum Einstieg passen Käse und Charcuterie hervorragend.

Vor allem die Fisch- und Meeresfrüchtegerichte sind ausgezeichnet. Besonders empfehlen kann ich den Pulpo und die Paella mit Meeresfrüchten. Auch die Schweinefleischgerichte sind hervorragend. Der Ibérico Schinken und das langsam gebratene Schweinefleisch mit weißer Romesco Sauce gehören zu meinen Favoriten.

Zum Abschluss dürfen die Churros nicht fehlen. Und ganz wichtig: Die Dulce de Leche Sauce solltest du auf keinen Fall auslassen.

Oda House

Das Oda House gehört zu den außergewöhnlichsten Restaurants auf der Upper East Side. Hinter einer eher unscheinbaren Fassade verbirgt sich ein wunderschönes Restaurant mit dekorativen Blechdecken, Kronleuchtern, Kunst an den Wänden und dunklen Holzvertäfelungen. Man könnte fast glauben, man säße in einem französischen Bistro im Pariser Marais. Das Team ist herzlich und nimmt sich gerne Zeit, Gästen die georgische Küche näherzubringen.

Zum Einstieg solltest du unbedingt ein Khachapuri bestellen. Das berühmte, mit Käse gefüllte Brot kommt heiß aus dem Ofen und ist unglaublich gut. Mein Favorit ist das Adjaruli Khachapuri mit Ei, aber eigentlich kannst du mit keiner Variante etwas falsch machen. Jedes einzelne wäre schon fast eine Mahlzeit für sich.

Ich kombiniere das Khachapuri meistens mit einer Vorspeise, zum Beispiel einem Salat, eingelegtem Gemüse oder den Suppen Teigtaschen. Die Khinkali brauchen beim Essen zwar ein bisschen Übung, belohnen einen aber mit einer wunderbar aromatischen Brühe im Inneren.

Als Hauptgericht entscheide ich mich fast immer für einen der langsam geschmorten Eintöpfe: Chakapuli, Chanakhi oder Chakhokhbili. Alle drei eignen sich perfekt, um auch noch den letzten Rest des köstlichen Brotes aufzutunken. Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre Chakapuli mein Favorit, ein Lammragout mit frischen Kräutern und Weißweinsauce.

Wenn du etwas Neues probieren möchtest, frag unbedingt nach den georgischen Weinen. Auf der Karte stehen viele Rebsorten, die man außerhalb Georgiens nur selten findet. Sie passen hervorragend zum Essen und machen den Besuch noch besonderer.

Tanoshi Sushi

Wenn ich Lust auf Omakase habe, führt für mich kein Weg an Tanoshi Sushi vorbei.

Manche Restaurants investieren vor allem in ein spektakuläres Design, eine prestigeträchtige Lage oder andere Zutaten für ein klassisches Fine Dining Erlebnis. Tanoshi investiert lieber in das, worauf es wirklich ankommt: den Fisch.

Das Restaurant ist klein, schlicht und komplett auf das Omakase Erlebnis konzentriert. Alles wirkt angenehm unaufgeregt und professionell, ohne steif zu sein. Die Qualität des Fisches ist hervorragend.

Auch der Service überzeugt auf ganzer Linie. Das Team arbeitet aufmerksam, routiniert und präzise. Was dem Restaurant vielleicht an Glamour fehlt, macht es mit exzellenter Qualität und außergewöhnlich gutem Service mehr als wett.

Marwin Thai

Marwin Thai ist einer dieser Orte, an denen man leicht vorbeiläuft, obwohl sie einen Besuch absolut wert sind. Hinter der unscheinbaren Fassade erwartet dich ein gemütliches Restaurant mit viel Holz, warmem Licht und nur wenigen Tischen.

Auf der Speisekarte stehen viele thailändische Klassiker, aber besonders spannend sind die Gerichte, die man in Manhattan nicht überall bekommt. Das Khao Soi gehört für mich ganz klar zu den Highlights. Die cremige Kokos Curry Brühe, weiche Eiernudeln, knusprig frittierte Nudeln, eingelegter Senfkohl, Schalotten und frische Limette ergeben eines der besten Wohlfühlgerichte Nordthailands.

Sanne und ich waren erst vor Kurzem in Chiang Mai, und ich finde, das Khao Soi bei Marwin Thai kann es problemlos mit vielen Restaurants dort aufnehmen.

Wenn wir hier essen, gibt es allerdings ein Gericht, das sich nie ändert: Pad See Ew mit Ente. Mein jüngerer Sohn bestellt es jedes einzelne Mal, ohne überhaupt einen Blick in die Speisekarte zu werfen. Die breiten Reisnudeln haben genau die richtige Konsistenz, die Ente ist wunderbar zart und die leicht süßliche Sojasauce wird von einer angenehmen Schärfe perfekt ausbalanciert.

Es gehört inzwischen einfach zu unserem Ritual. Vorausgesetzt natürlich, er lässt uns überhaupt etwas davon probieren.

Pig Heaven

Jedes Viertel braucht ein Restaurant, auf das man sich immer verlassen kann. Einen Ort für ein schnelles Abendessen oder für die Bestellung nach einem langen Tag. Auf der Upper East Side ist Pig Heaven genau so ein Restaurant.

Die Speisekarte ist umfangreich, aber vor allem die Spareribs und die Pekingente sind echte Klassiker. Die Rippchen sind wunderbar würzig und herrlich zart, und auch die Ente ist jedes Mal ausgezeichnet. Wenn du lieber Schweinefleisch magst, kann ich außerdem das Moo Shu Pork empfehlen.

Mit Pig Heaven verbinde ich aber noch etwas ganz anderes. Während der ersten Monate der COVID Pandemie im Jahr 2020 bekamen Restaurants in der Nachbarschaft eine Bedeutung, die weit über gutes Essen hinausging. Sie sorgten für ein kleines Stück Normalität in einer Zeit, in der nichts mehr normal war. Das Lieferteam von Pig Heaven hat uns damals zuverlässig versorgt, und dafür werde ich dem Restaurant immer dankbar sein.

Scalinatella

Scalinatella ist eine ganz andere Art von Restaurant auf der Upper East Side. Stell dir einen eleganten italienischen Weinkeller vor, in dem jeden Abend gefeiert wird.

Das Restaurant liegt etwas versteckt im Souterrain der East 61st Street und fühlt sich an wie eine Zeitreise in das New York vergangener Jahrzehnte. Hierher kommst du nicht für ein schnelles Abendessen oder einen spontanen Snack. Und schon gar nicht, wenn du jeden einzelnen Gang bis ins Detail planen möchtest.

Zieh dich schick an, lehn dich zurück und rechne damit, dass dein Kellner dir Empfehlungen ausspricht, statt dir einfach kommentarlos eine Speisekarte in die Hand zu drücken. Ehrlich gesagt bin ich schon oft hier gewesen und bin mir nicht einmal sicher, ob ich jemals überhaupt eine Speisekarte gesehen habe.

Die Tagesempfehlungen sind meistens das Highlight des Abends, und ein Teil des Erlebnisses besteht darin, sich einfach darauf einzulassen. Der Service strahlt eine angenehme Souveränität aus und das Essen wird diesem Selbstbewusstsein mehr als gerecht. Alles fühlt sich herrlich oldschool an, und genau das macht den Charme des Restaurants aus.

Es schadet allerdings nicht, vorher nach den Preisen der Tagesempfehlungen zu fragen. Ich selbst habe das, glaube ich, noch nie getan. Meine Strategie ist einfacher: Wenn die Rechnung kommt, nehme ich sie mit einem Lächeln entgegen. Die Chancen stehen gut, dass du gerade eines der besten Abendessen der Upper East Side erlebt hast.

Canaletto

Es gibt noch ein Restaurant, das ich eigentlich nur ungern erwähne, weil es sich immer noch wie ein gut gehütetes Geheimnis der Nachbarschaft anfühlt.

Canaletto in der East 60th Street wirkt von außen vollkommen unscheinbar. So unscheinbar, dass ich fast ein Jahr lang daran vorbeigelaufen bin, obwohl ich direkt nebenan wohnte. Als ich schließlich doch hineinging, dauerte es nicht lange, bis das Restaurant zu einem festen Bestandteil unserer Familienfeiern und besonderen Abende wurde.

Meine Söhne fragten irgendwann immer ganz vorsichtig: „Können wir heute ins italienische Restaurant nebenan gehen?“ Da Canaletto direkt neben dem deutlich bekannteren Patsy's liegt, würde diese Frage vermutlich die meisten Menschen verwirren. Bei uns in der Familie wusste dagegen jeder sofort, welches Restaurant gemeint war.

Ein Abend im Canaletto fühlt sich immer wie ein besonderer Anlass an. Wir gehen nicht ständig dorthin, und vielleicht macht gerade das jeden Besuch so besonders. Der Restaurantleiter kümmert sich jedes Mal außergewöhnlich herzlich um uns, und das Team erfüllt unsere Wünsche mit einer Selbstverständlichkeit, ganz gleich, ob das Gewünschte auf der Speisekarte steht oder nicht.

Mit der Zeit wurde Canaletto für uns viel mehr als nur eine Restaurantempfehlung. Es ist Teil unserer Familiengeschichte auf der Upper East Side geworden. Viele Jahre nach meinem ersten Besuch gehört es noch immer zu meinen absoluten Lieblingsrestaurants in ganz New York.

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Mitzie Mee - Sanne

Willkommen auf meinem Blog über alles, was New York so besonders macht. Ich schreibe über schöne Restaurants, gemütliche Cafés und ab und zu auch über einen Abend unterwegs. Hier teile ich all meine Lieblingsorte mit dir, also betrachte dies als deine Einladung, durch die Stadt zu streifen, Neues zu entdecken und dich in die Stadt zu verlieben, die niemals schläft.

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