Singapur: Chilli Crab bei No Signboard

by Mitzie Mee - Sanne
No Signboard, chilli crab, Singapore

Chilli Crab aus Singapur ist unglaublich lecker. Es ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Gerichte Singapurs, und ich hatte mich schon darauf gefreut, seit diese Reise feststand. Chilli Crab bekommt man überall in der Stadt, in Restaurants, Hawker Centern und an Seafood-Ständen. Meistens wird dafür eine Mangrovenkrabbe verwendet, die in einer süßlichen, aber nicht besonders scharfen Tomaten-Chili-Sauce zubereitet wird. Dazu gibt es normalerweise weiche, frittierte Brötchen, mit denen man die Sauce auftunken kann. Wenn mir die Brötchen ausgehen, esse ich die Sauce allerdings einfach mit dem Löffel, wie eine Suppe.

No Signboard Seafood hat in den 1970er-Jahren als kleiner Essensstand in einem Hawker Center angefangen. Damals konnten sich die Betreiber kein Schild leisten, und so kam das Restaurant zu seinem Namen. Heute gibt es mehrere Filialen von No Signboard in Singapur, aber laut AC ist die in Geylang die beste und auch weniger touristisch als die anderen. Als sie noch in Singapur lebte, ging sie dort regelmäßig mit ihren singapurischen Freunden essen, und ich hatte ihr versprochen, dass ich auch einmal hingehen würde.

Ich war schon vorgewarnt worden, dass in den einfachen Seafood-Restaurants in Singapur für alles Mögliche extra berechnet wird. Für Lätzchen, Feuchttücher und auch für die kleinen Snacks, die sofort auf den Tisch gestellt werden und aussehen, als wären sie kostenlos. Wenn man etwas davon nicht möchte, muss man allerdings nur Bescheid sagen, dann wird es auch nicht berechnet. Bei No Signboard habe ich deshalb nur die Feuchttücher behalten und den Rest zurückgehen lassen. Für das Personal war das überhaupt kein Problem.

Außerdem hatte ich gehört, dass man, wenn man nicht genau sagt, welche Krabbe man möchte, am Ende womöglich eine riesige, zwei Kilo schwere Schneekrabbe serviert bekommt, mit einer entsprechend hohen Rechnung. Deshalb habe ich ganz genau erklärt, welche Krabbe ich wollte (eine günstige) und wie groß sie sein sollte (klein).

Als die Krabbe an meinen Tisch kam, sah sie allerdings ziemlich groß aus. Ich wurde etwas nervös und fragte vorsichtshalber nach dem Preis. 42 SGD, sagte man mir. Das lag absolut in meinem Budget, also konnte ich mich entspannen und endlich loslegen. Die Krabbe war perfekt zubereitet. Das Fleisch war zart, weiß und saftig und so frisch, dass ich vermute, die Krabbe hatte bis kurz nach meiner Bestellung noch gelebt (sorry, Krabbe).

Auf das Lätzchen hatte ich verzichtet, was im Nachhinein wirklich ziemlich dumm war, denn Chilli Crab zu essen ist nun mal eine ziemlich klebrige Angelegenheit. Als ich fertig war, war mein weißes Shirt voller Chilli-Crab-Flecken, und ich glaube, sogar in meinen Haaren war etwas von der Sauce gelandet.

Für die Chilli Crab, vier Brötchen und eine Cola habe ich insgesamt ungefähr 50 SGD bezahlt. Für ein Restaurant mit so einfacher Einrichtung klingt das vielleicht erst einmal teuer, aber die Krabbe gehörte zu den besten, die ich je gegessen habe, und war für mich jeden Cent wert. Ich habe auf der Reise auch günstigere Chilli Crab gegessen, und die waren ebenfalls gut. Aber an die Krabbe bei No Signboard kamen sie bei Weitem nicht heran.

No Signboard, 414 Geylang Road, Singapore

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