
Hallo aus Leelanau! Der August ist da, und ich habe die letzten Wochen im Norden Michigans bei Steve und seiner Familie verbracht. Der Sommer in Leelanau ist wirklich etwas Besonderes. Die Tage sind warm, ohne drückend heiß zu sein, die Kirschplantagen hängen voller Früchte, und fast jeder Abend endet mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über den Seen. Dazu gutes Essen, schöne Fahrten über die Halbinsel und lange Abende am Wasser. So kann der August gerne beginnen.
Der August ist für mich außerdem der Monat, in dem ich plötzlich aus jedem Obst, das mir in die Hände fällt, Konfitüre machen möchte.
Vor ein paar Tagen habe ich Sauerkirschkonfitüre gemacht. Süßkirschen esse ich zwar am liebsten einfach so, aber für Konfitüre sind sie mir meist zu süß und am Ende schmecken sie gar nicht mehr richtig nach Kirschen. Sauerkirschen bringen mehr Säure und deutlich mehr Aroma mit, was zusammen mit dem Zucker viel besser funktioniert.
Die größere Stadt in der Nähe, Traverse City, nennt sich nicht umsonst die Cherry Capital of the World. Wenn man kilometerlang an Kirschplantagen vorbeifährt, versteht man sofort, warum.
Gerade beginnt auch die Pfirsichsaison, deshalb habe ich das Gefühl, dass Pfirsichkonfitüre als Nächstes dran ist. Später im Monat, wenn ich wieder in Dänemark bin, dürften außerdem die gelben Mirabellen reif sein. Falls du selbst Konfitüre daraus machen möchtest, findest du das Rezept bereits auf dem Blog:
Mein Rezept für Mirabellenkonfitüre
Ich verwende normalerweise zwischen drei Vierteln und der gleichen Menge Zucker wie Obst, je nachdem, wie süß die Früchte sind und wie süß die Konfitüre am Ende werden soll. Kirschen und Pfirsiche enthalten von Natur aus eher wenig Pektin. Deshalb gebe ich oft noch etwas Pektin oder ein wenig Zitronensaft und fein abgeriebene Zitronenschale dazu. In Dänemark nehme ich meistens Gelierzucker, der bereits Pektin enthält. Damit lässt sich unkompliziert arbeiten, und die Konfitüre bekommt zuverlässig die richtige Konsistenz.
Wenn du nur eine kleine Menge machst, die direkt in den Kühlschrank kommt und innerhalb von ein bis zwei Wochen gegessen wird, musst du es nicht komplizierter machen als nötig. Wenn du die Konfitüre allerdings länger bei Zimmertemperatur aufbewahren möchtest, ist richtiges Einkochen wichtig. Die gefüllten Gläser werden dafür im Wasserbad eingekocht, und nach dem Abkühlen solltest du kontrollieren, ob alle Deckel richtig verschlossen sind. Dazu erzähle ich ein anderes Mal mehr.
Meine Leelanau-Favoriten
Fudge von Murdick’s in Suttons Bay
Murdick’s gehört zu den bekanntesten Fudge-Herstellern im Norden Michigans, und im Laden in Suttons Bay gibt es jede Menge verschiedene Sorten. Außerdem sind sie mit den Kostproben ausgesprochen großzügig, was die Entscheidung nicht gerade leichter macht.
Wenn du mich fragst, solltest du unbedingt die Sorte Turtle probieren. Turtle ist eine klassische amerikanische Kombination aus Schokolade, Karamell und Pekannüssen. Der Name geht auf kleine Pralinen zurück, deren Form mit etwas Fantasie an Schildkröten erinnert. Herrlich schokoladig, wunderbar buttrig und absolut unwiderstehlich.
Kirschen
Und natürlich die Kirschen.
Um diese Jahreszeit sind sie überall. An den kleinen Verkaufsständen am Straßenrand, auf den Wochenmärkten und in den Supermärkten gibt es frische Kirschen, Kirschkuchen, Kirschsaft, Konfitüre, getrocknete Kirschen und alle möglichen anderen Spezialitäten rund um die Kirsche.
Zu meinen liebsten Mitbringseln aus dieser Gegend gehören die mit Schokolade überzogenen getrockneten Kirschen. Besonders die mit dunkler Schokolade sind richtig gut.
Whitefish
So wie wir in Dänemark den Begriff hvid fisk als Sammelbezeichnung für Fische mit weißem Fleisch verwenden, benutzen Amerikaner den Begriff white fish ebenfalls ganz allgemein. Etwas verwirrend ist nur, dass Lake Whitefish gleichzeitig auch der Name einer bestimmten Fischart ist, die in den Großen Seen heimisch ist.
Lake Whitefish gehört seit Generationen zu den wichtigsten Speisefischen der Region und spielt bis heute eine wichtige Rolle für die Fischerei in den Großen Seen.
Sein Geschmack ist mild, aber keineswegs langweilig, und das Fleisch ist saftig und etwas gehaltvoller als das vieler anderer Weißfische. Steve macht daraus einen richtig guten Ofenfisch. Das Wichtigste ist, ihn nicht zu lange zu garen. Wenn du ihn genau im richtigen Moment aus dem Ofen nimmst, bleibt das Fleisch wunderbar saftig, lässt sich in schöne große Stücke teilen und schmeckt einfach fantastisch.
Sonnenuntergänge
Und zum Schluss natürlich die Sonnenuntergänge.
Wir hatten das Glück, sowohl am Lake Leelanau als auch am Lake Michigan einige wirklich spektakuläre Sonnenuntergänge zu erleben. An den schönsten Abenden färbt sich der Himmel in leuchtende Orange- und Rosatöne, die sich im Wasser spiegeln.
Für mich gibt es kaum einen schöneren Abschluss für einen Sommertag.







