
Lussekatter sind schwedische Safranbrötchen, die den ganzen Dezember über gegessen werden, besonders aber am Luciatag am 13. Dezember. Mit ihrer leuchtend gelben Farbe gehören sie in Schweden einfach zur Weihnachtszeit dazu. Die heilige Lucia war eine junge Christin, die im Jahr 304 n. Chr. als Märtyrerin starb. Der Legende nach trug sie einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf, um sich den Weg zu leuchten, während sie heimlich Essen zu verfolgten Christen brachte, die sich in den römischen Katakomben versteckten. Heute ziehen bei den Luciafeiern Mädchen und Jungen in weißen Gewändern singend umher und verteilen die goldgelben Brötchen, die in der dunklen skandinavischen Winterzeit das Licht symbolisieren.
Ich habe während meines Studiums sechs Jahre in Schweden gelebt, und jedes Mal, wenn ich Lussekatter backe, muss ich an meine Studienzeit und die schwedischen Weihnachtstraditionen denken. Dazu gehören für mich natürlich Lussekatter und Blossa Glögg, der schwedische Glühwein. Aber auch wenn du keine solchen Erinnerungen an schwedische Weihnachten hast, solltest du Lussekatter unbedingt mal im Dezember backen. Sie sind nicht herzhaft, aber deutlich weniger süß als die meisten Weihnachtsplätzchen und schmecken frisch aus dem Ofen wunderbar zu Glühwein oder heißer Schokolade.
Manche schummeln und ersetzen den Safran durch Kurkuma. Damit bekommen die Brötchen zwar die richtige Farbe, geschmacklich ist das aber kein Vergleich. Es ist schließlich der Safran, der Lussekatter so lecker macht.
Wie die meisten Schweden habe ich meine Lussekatter schon immer mit Kesella gebacken, einem Quarkprodukt der schwedischen Molkereimarke Arla. In Schweden glaubt man schon lange, dass Kesella die Brötchen besonders saftig macht. In letzter Zeit wird allerdings lebhaft darüber diskutiert, ob das wirklich stimmt oder ob dahinter einfach ein ziemlich cleverer PR-Schachzug von Arla steckt. Nach allem, was ich darüber gelesen habe, könnte Letzteres tatsächlich näher an der Wahrheit liegen. Aber ich verwende Kesella schon immer, und ein paar Expertenmeinungen reichen nicht aus, um meinen Glauben daran zu erschüttern. Das ist ein bisschen so, als würde man einem Kind erzählen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.
Tipps
Die Fotos in diesem Beitrag stammen von zwei verschiedenen Backrunden. Normalerweise rolle ich den Teig zu mitteldünnen Strängen, aber bei der ersten Runde waren sie etwas dicker. Deshalb sind diese Lussekatter auch größer geworden.
Wenn du Safranfäden verwendest, was ich dir empfehlen würde, solltest du sie vorher fein zermahlen. Das geht mit einem Mörser oder einer elektrischen Gewürzmühle. Du kannst die Fäden auch mit der Rückseite eines Löffels auf einem Schneidebrett zerdrücken. Wichtig ist nur, dass sie wirklich fein zerkleinert sind, damit sich Farbe und Aroma gut entfalten können.
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Zutaten
100 g Butter
3 dl Milch
150 g Quark, alternativ Fromage blanc
½ g Safran
25 g frische Hefe
½ TL Salz
1 dl Zucker
2 Eier (1 für den Teig, 1 zum Bestreichen)
13 dl Weizenmehl
Rosinen zum Verzieren
Zubereitung
- Die Butter in einem Topf schmelzen. Die Milch dazugeben und die Mischung leicht erwärmen. Mit dem Finger prüfen, ob sie lauwarm ist. Sie sollte sich angenehm warm anfühlen, aber nicht heiß sein. Die Hefe dazugeben, den Topf vom Herd nehmen und rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.
- Salz, Zucker und Safran hinzufügen.
- Die Mischung in eine große Schüssel gießen und den Quark unterrühren. Ein Ei leicht verquirlen und ebenfalls dazugeben.
- Das Mehl nach und nach einarbeiten. Der Teig sollte weich und geschmeidig bleiben. Wahrscheinlich brauchst du nicht die gesamte Mehlmenge.
- Den Teig etwa 15 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist. Anschließend abgedeckt etwa 1 Stunde gehen lassen. Den Teig noch einmal gründlich durchkneten.
- Ein etwa sconegroßes Stück Teig abnehmen und zu einem ungefähr 20 cm langen Strang rollen. Den Strang zu einem S formen und die beiden Enden etwas stärker einrollen (siehe Fotos unten). Den Lussekatt mit den Fingern leicht flach drücken und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Mit dem restlichen Teig genauso verfahren. Je nach Größe bekommst du etwa 15 bis 25 Lussekatter.
- Die Lussekatter auf dem Backblech weitere 20 Minuten gehen lassen.
- Das zweite Ei verquirlen und die Lussekatter damit bestreichen. Anschließend mit Rosinen verzieren.
- Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Umluft (225 °C Ober-/Unterhitze) etwa 8 Minuten backen. Behalte die Lussekatter dabei im Auge, denn die Backzeit hängt von ihrer Größe ab. Wenn deine Lussekatter besonders groß und hoch sind, also größer als ein gewöhnlicher Scone, brauchen sie etwas länger.







