
Im Laufe der Jahre habe ich ziemlich viel Gelato gegessen. Natürlich in Italien, aber auch in Gelaterias in New York, Tokio und eigentlich überall sonst, wo ich auf einen Laden stoße, der vielversprechend aussieht. Manche waren fantastisch, andere eher nicht, und inzwischen bin ich ziemlich gut darin geworden, schon vorher zu erkennen, welche Gelaterias einen Versuch wert sind.
Gelato ist nicht einfach nur das italienische Wort für Eis. Es wird anders hergestellt und serviert als normales Speiseeis, und wenn es richtig gut ist, merkt man den Unterschied sofort. Es ist cremig und intensiv im Geschmack, sollte sich aber weder schwer anfühlen noch übermäßig süß sein. Gelato wird normalerweise mit mehr Milch und weniger Sahne hergestellt als klassisches amerikanisches Eis, und viele Sorten kommen ganz ohne Ei aus.
Im Vergleich zu normalem Eis wird bei der Herstellung von Gelato weniger Luft eingearbeitet, wodurch die Konsistenz dichter und geschmeidiger wird. Außerdem wird es bei einer etwas höheren Temperatur serviert. Dadurch ist es weicher, wenn du es isst, und die Aromen kommen sofort zur Geltung.
Doch woran erkennt man gutes Gelato? Es gibt ein paar Dinge, auf die ich normalerweise achte, bevor ich bestelle, und ich hoffe, dieser kleine Guide hilft dir dabei, richtig gutes Gelato zu finden, egal ob du gerade in Italien oder irgendwo anders auf der Welt unterwegs bist. Denn das Leben ist einfach zu kurz für schlechtes Gelato 🙂
Und das beste Gelato, das ich je gegessen habe? Das gibt es für mich bei Vivoli in Florenz. Vivoli ist die älteste Gelateria in Florenz, die bis heute in Betrieb ist, und definitiv eine Adresse, die du kennen solltest, wenn du Gelato liebst.
Schau dir die Farben an
Pistazie ist die Sorte, die ich mir immer zuerst ansehe. Gutes Pistaziengelato hat normalerweise einen eher gedeckten grünlichen, olivfarbenen oder beigefarbenen Ton. Wenn es leuchtend grün ist, werde ich skeptisch. Das Gleiche gilt für Zitrone. Zitronengelato sollte blassgelb oder fast weiß sein und nicht knallgelb. Generell sind natürlich wirkende Farben ein gutes Zeichen.
Schau dir die Auslage an
Diese riesigen Gelatoberge, die sich hoch über den Behältern auftürmen, sehen vielleicht verlockend aus, aber danach suche ich normalerweise nicht. Ich bevorzuge Gelaterias, in denen das Gelato nicht so hoch in den Behältern aufgetürmt ist. Einige der besten Gelaterias bewahren ihr Gelato sogar in abgedeckten Metallbehältern auf, den sogenannten Pozzetti.
Auf Fotos sieht das vielleicht nicht ganz so spektakulär aus, aber ich bin schließlich wegen des Gelatos da.
Achte auf die Anzahl der Sorten
Ich werde auch ein bisschen skeptisch, wenn eine kleine Gelateria 40 oder 50 verschiedene Sorten anbietet. Mir ist eine kleinere Auswahl lieber, die sich je nach Saison verändert.
Wenn du dir nicht sicher bist, frag nach, ob das Gelato vor Ort hergestellt wird. Das ist zwar keine Garantie dafür, dass es gut ist, aber meistens ein guter Ausgangspunkt.
Achte auf die Konsistenz
Gutes Gelato sollte glatt und cremig sein, ohne spürbare Eiskristalle. Es sollte weich genug sein, dass es sich problemlos portionieren lässt, aber weder flüssig noch klebrig sein.
Am wichtigsten ist allerdings, dass die Sorte tatsächlich nach dem schmeckt, was auf dem Schild steht. Pistazie sollte nach Pistazien schmecken, Zitrone frisch und säuerlich und Haselnuss nach Haselnüssen und nicht einfach nur nach Zucker.
Schau, wo die Einheimischen hingehen
Eine Schlange kann ein gutes Zeichen sein, besonders in Italien, aber für mich ist interessanter, wer darin steht, als wie lang sie ist. Wenn eine Gelateria gut besucht ist und viele Einheimische dort sind, besonders später am Abend, wenn gefühlt alle noch ein Gelato essen gehen, ist das für mich meistens ein gutes Zeichen.
Du musst aus der Suche nach gutem Gelato keine Wissenschaft machen, aber mit diesen kleinen Hinweisen lassen sich die offensichtlichen Touristenfallen leichter vermeiden. Und wenn du eine richtig gute Gelateria gefunden hast, bestell zwei Sorten. Sich nur für eine entscheiden zu müssen, ist einfach unnötig schwierig.
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